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Beste Pflanzzeit für Bäume, Sträucher und Stauden
Kurz: Für die meisten Gehölze und Stauden ist der Herbst die beste Pflanzzeit, von Ende September bis in den November, solange der Boden offen ist. Das Frühjahr ist die zweite Wahl — und die erste für alles, was frostempfindlich ist. Wie flexibel Du bist, hängt davon ab, ob die Pflanze wurzelnackt, mit Ballen oder im Topf verkauft wird.
Warum der Herbst meist gewinnt
Im Herbst ist der Boden noch warm vom Sommer, und es regnet wieder regelmäßig. Die Pflanze braucht keine Kraft mehr für Blätter und Blüten und steckt sie in die Wurzeln. Bis der Boden friert, hat sie sich oft schon spürbar verankert. Im Frühjahr treibt sie dann aus einem Wurzelwerk aus, das bereits Wasser aufnimmt — und übersteht den ersten trockenen Mai besser als eine Pflanze, die erst im April gesetzt wurde. Dazu kommt das Angebot: Baumschulen roden ihre Feldware im Herbst, die Auswahl ist dann am größten.
Wurzelnackt, Ballen oder Container
Wie die Pflanze verkauft wird, bestimmt den Spielraum mehr als die Pflanzenart.
- Wurzelnackt. Ohne Erde aus dem Feld gerodet, typisch für Heckenpflanzen, Rosen und Obstbäume. Nur in der Ruhezeit erhältlich, ungefähr Oktober bis April, und nur an frostfreien Tagen pflanzbar. Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen: vor dem Pflanzen einige Stunden in einen Eimer Wasser stellen, beschädigte Wurzelspitzen sauber anschneiden.
- Mit Ballen. Der Wurzelballen ist mit Erde und einem Tuch umwickelt, typisch für größere Nadel- und Laubgehölze. Pflanzzeit Herbst oder Frühjahr. Das Ballentuch aus Naturfaser bleibt dran und wird nur oben geöffnet.
- Im Container. Im Topf gewachsen, die Wurzeln bleiben beim Pflanzen ungestört. Damit ist fast das ganze Jahr Pflanzzeit — außer bei Frost im Boden und bei Hitze. Im Hochsommer gepflanzt, braucht die Pflanze aber wochenlang Wasser von Dir.
Was ins Frühjahr gehört
Ausnahmen von der Herbstregel sind Pflanzen, die mit Nässe und Frost im ersten Winter schlecht zurechtkommen: Lavendel, Rosmarin, Salbei und andere mediterrane Kräuter, Bambus, Ziergräser, Herbstastern und Chrysanthemen. In rauen Lagen gilt das auch für immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer oder Rhododendron, die im Winter Wasser verdunsten, das ein frisch gesetzter Wurzelballen noch nicht nachliefern kann. Für diese Gruppe ist April die sichere Zeit. Wer einen solchen Kandidaten schon im Herbst kauft, kann ihn im Topf an einer geschützten Hauswand überwintern — wie das geht, steht bei den winterharten Kübelpflanzen.
Stauden: nach der Blütezeit richten
Für Stauden gibt es eine einfache Regel: Was im Frühjahr und Sommer blüht, wird im Herbst gepflanzt; was im Herbst blüht, im Frühjahr. Pfingstrose, Taglilie, Storchschnabel oder Frauenmantel können im September und Oktober in Ruhe einwurzeln und blühen im nächsten Jahr schon voll. Astern, Sonnenhut und die meisten Gräser setzt Du dagegen im April, damit sie den Sommer über Wurzeln bilden. Geteilt werden Stauden zur selben Zeit, zu der man sie pflanzt.
Die Jahresübersicht
- März bis April: Frostempfindliche Gehölze, Herbstblüher, Gräser, Rosen im Container, Rasen ab etwa April (Rasen säen).
- Mitte Mai, nach den Eisheiligen: Gemüsejungpflanzen, Sommerblumen und alles für den Balkon — mehr bei Balkonpflanzen: ab wann.
- Ende Juli bis September: Erdbeeren, Rasen-Nachsaat, Herbstbepflanzung.
- Ende September bis November: Bäume, Sträucher, Hecken, Obstbäume, Rosen, Stauden mit Frühjahrs- und Sommerblüte, Blumenzwiebeln.
- Dezember bis Februar: Wurzelware nur an frostfreien Tagen mit offenem Boden.
So gelingt das Pflanzen
Das Pflanzloch doppelt so breit wie der Wurzelballen ausheben und die Sohle mit der Grabegabel lockern. Die Pflanze kommt so tief hinein, wie sie vorher im Topf oder im Feld stand — die Erdmarke am Stamm zeigt es. Die ausgehobene Erde mit reifem Kompost mischen, einfüllen, leicht antreten und kräftig angießen, auch wenn es geregnet hat: Das Wasser schlämmt die Erde an die Wurzeln. Eine Mulchschicht hält danach die Feuchte. Wer Bäume pflanzt, findet die Feinheiten wie Stützpfahl und Veredelungsstelle unter Obstbäume pflanzen, für Sichtschutz unter Hecke pflanzen.
Häufige Fragen
- Wann ist die beste Pflanzzeit für Bäume und Sträucher?
- Für die meisten Gehölze der Herbst, von Ende September bis November, solange der Boden nicht gefroren ist. Der Boden ist dann noch warm und feucht, die Pflanze bildet bis zum Winter neue Wurzeln und treibt im Frühjahr kräftig aus. Die zweite gute Zeit ist das zeitige Frühjahr, März bis April.
- Kann man Containerpflanzen das ganze Jahr pflanzen?
- Grundsätzlich ja, weil der Wurzelballen beim Pflanzen nicht gestört wird. Ausgenommen sind Tage mit gefrorenem Boden und Hitzeperioden. Wer im Sommer pflanzt, muss über Wochen regelmäßig und durchdringend gießen.
- Welche Pflanzen sollte man lieber im Frühjahr pflanzen?
- Alles, was frostempfindlich ist oder in rauen Lagen nur knapp winterhart: Lavendel, Rosmarin, Bambus, Gräser, Herbstastern und viele immergrüne Gehölze. Sie haben dann eine ganze Saison Zeit einzuwurzeln, bevor der erste Frost kommt.
- Was bedeutet wurzelnackt?
- Die Pflanze wurde ohne Erde aus dem Feld der Baumschule gerodet. Wurzelnackte Ware gibt es nur in der Ruhezeit, etwa von Oktober bis April, sie ist günstiger als Containerware und wächst gut an — muss aber schnell in die Erde, bevor die Wurzeln austrocknen.
- Wann pflanzt man Stauden?
- Faustregel: Frühjahrs- und Sommerblüher im Herbst, Herbstblüher und Gräser im Frühjahr. So steht jede Staude zur Blüte schon eingewurzelt im Beet.
Wurzelnackte Gehölze und Heckenpflanzen gibt es vor allem in der Baumschule, Stauden aus eigener Anzucht in der Gärtnerei. Beide beraten auch dazu, was in Deiner Lage gut über den Winter kommt.