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Balkonpflanzen: Ab wann sie nach draußen dürfen

Kurz: Frostempfindliche Balkonblumen wie Geranien, Petunien und Fuchsien kommen nach den Eisheiligen nach draußen, die vom 11. bis 15. Mai im Kalender stehen. Robuste Frühjahrsblüher wie Hornveilchen, Primeln und Zwiebelblumen dürfen schon ab März hinaus. Wer früher pflanzt, muss in kalten Nächten abdecken oder hereinholen.

Die Eisheiligen als Faustregel

Mitte Mai liegen im Kalender die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und der „kalten Sophie". Nach alter Bauernregel ist danach kein Frost mehr zu erwarten — und auch wenn das Wetter sich nicht an Heiligenkalender hält, ist Mitte Mai eine brauchbare Grenze. Klare, windstille Nächte können vorher auch nach warmen Tagen noch Bodenfrost bringen. Für Balkonblumen, die aus den Subtropen stammen, reicht schon eine Nacht knapp unter null, um Blätter und Triebe zu zerstören.

Wie streng die Regel gilt, hängt vom Ort ab. Ein geschützter Südbalkon in der Innenstadt ist oft Wochen früher frostsicher als ein freistehender Garten am Stadtrand oder in Höhenlagen. Der Wetterbericht für die nächsten Nächte ist im Zweifel der bessere Ratgeber als der Kalender.

Was früher raus darf

  1. Ab März: Hornveilchen, Stiefmütterchen, Primeln, Vergissmeinnicht, Tausendschön und vorgetriebene Zwiebelblumen wie Narzissen, Tulpen und Traubenhyazinthen. Sie vertragen leichten Frost.
  2. Ab April: Ranunkeln, Margeriten und Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Thymian oder Salbei — bei angesagtem Frost abdecken.
  3. Nach den Eisheiligen: Geranien, Petunien und Surfinien, Fuchsien, Begonien, Fleißiges Lieschen, Verbenen, Wandelröschen, Basilikum, Tomaten und alle anderen Sommerblumen und Gemüsepflanzen aus warmen Klimazonen.

Abhärten: die zwei Wochen dazwischen

Pflanzen aus dem Gewächshaus oder vom Fensterbrett sind an weiches Licht und gleichmäßige Temperaturen gewöhnt. Werden sie plötzlich in die volle Sonne gestellt, bekommen sie Sonnenbrand — helle, trockene Flecken auf den Blättern. Deshalb über ein bis zwei Wochen eingewöhnen: tagsüber an einen hellen, aber nicht prallsonnigen Platz nach draußen, nachts wieder herein. Nach und nach die Zeit draußen und die Sonne steigern. Das gilt genauso für Kübelpflanzen aus dem Winterquartier.

Wenn doch noch Frost kommt

Wer schon gepflanzt hat und Frost angesagt ist, hat drei Möglichkeiten: Kästen und Töpfe über Nacht hereinholen, an die Hauswand rücken, wo es einige Grad wärmer bleibt, oder mit Gartenvlies abdecken. Folie ist schlechter, weil sie dort, wo sie aufliegt, die Kälte überträgt. Am Abend vor der Frostnacht gießen hilft ebenfalls — feuchte Erde speichert Wärme besser als trockene.

Pflanzen, gießen, düngen

Gepflanzt wird in frische Balkonerde, nicht in die vom Vorjahr — die ist ausgelaugt und verdichtet. Ein Abzugsloch und eine dünne Drainageschicht verhindern Staunässe. Die Pflanzen so tief setzen, wie sie im Topf standen, und nicht zu dicht: Balkonblumen legen über den Sommer kräftig zu. Frische Erde ist vorgedüngt und reicht für die ersten Wochen, danach braucht die Bepflanzung regelmäßig Flüssigdünger. Bei torffreier Erde lieber etwas früher mit dem Düngen anfangen und vor dem Gießen mit dem Finger prüfen.

Und im Herbst?

Die Sommerbepflanzung hält bis zum ersten Frost. Wer Geranien oder Fuchsien überwintern will, holt sie vorher herein; die übrigen Kästen werden im September oder Oktober neu bepflanzt — mit Heide, Gräsern und Zwiebeln, siehe Herbstbepflanzung für den Balkon.

Häufige Fragen

Ab wann dürfen Balkonpflanzen raus?
Frostempfindliche Sommerblumen wie Geranien, Petunien, Fuchsien und Begonien nach den Eisheiligen, die vom 11. bis 15. Mai im Kalender stehen. Bis dahin ist in vielen Gegenden noch Nachtfrost möglich. Robuste Frühjahrsblüher wie Hornveilchen, Primeln und Zwiebelblumen dürfen schon ab März auf den Balkon.
Was sind die Eisheiligen?
Die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und der „kalten Sophie" vom 11. bis 15. Mai. Nach alter Bauernregel ist danach kein Frost mehr zu erwarten. Das ist eine Faustregel, kein Versprechen — in Höhenlagen kann es auch später noch frieren, in milden Städten ist es oft früher sicher.
Kann ich Balkonpflanzen vor den Eisheiligen kaufen?
Ja, Gartencenter und Gärtnereien haben die größte Auswahl oft schon im April. Die Pflanzen kommen dann aus dem Gewächshaus und müssen bis Mitte Mai an kalten Nächten hereingeholt oder abgedeckt werden. Wer das nicht leisten kann, kauft lieber später.
Ab wann muss man Balkonpflanzen düngen?
Frische Blumenerde ist meist vorgedüngt und reicht für die ersten Wochen. Danach regelmäßig mit Flüssigdünger über das Gießwasser nachdüngen — Balkonblumen in kleinen Kästen sind Starkzehrer. In torffreier Erde lieber etwas früher beginnen.
Ab wann muss man Balkonpflanzen im Herbst reinholen?
Vor dem ersten Frost. Nicht winterharte Pflanzen wie Geranien und Fuchsien, die überwintert werden sollen, kommen hinein, sobald Nachtfrost angekündigt ist.

Die größte Auswahl an Balkonblumen haben Gartencenter und Gärtnereien ab April. Wer früh kauft, bekommt die schönsten Pflanzen — und muss sie bis Mitte Mai im Blick behalten.

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