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Kübelpflanzen überwintern: hell, kühl oder dunkel
Kurz: Immergrüne Kübelpflanzen wie Oleander, Olive und Zitrus überwintern hell und kühl, laubabwerfende wie Engelstrompete, Feige oder Fuchsie dürfen auch dunkel stehen — aber nur, wenn es kühl ist. Die Grundregel lautet: je wärmer, desto heller. Gegossen wird wenig, gedüngt gar nicht.
Welche Pflanzen ins Haus müssen
Dieser Artikel handelt von den Pflanzen, die einen deutschen Winter im Freien nicht überstehen — meist Gewächse aus dem Mittelmeerraum oder den Subtropen: Oleander, Olivenbaum, Zitrusbäumchen, Lorbeer, Bougainvillea, Hibiskus, Wandelröschen, Engelstrompete, Fuchsien, Geranien und Feigen in rauen Lagen. Was dagegen auch im Topf draußen bleiben kann, steht bei den winterharten Kübelpflanzen. Wer beim Kauf unsicher ist, fragt in der Gärtnerei nach — die weiß, wie ihre Pflanzen gezogen wurden.
Die drei Arten von Winterquartier
- Hell und kühl. Das ideale Quartier für Immergrüne: ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus, eine Garage mit Fenster, ein Gewächshaus mit Frostwächter. Kühl heißt hier deutlich unter Zimmertemperatur, aber frostfrei. Oleander, Olive, Lorbeer und Zitrus stehen dort am besten.
- Dunkel und kühl. Nur für Pflanzen, die ihre Blätter abwerfen oder kräftig zurückgeschnitten werden: Engelstrompete, Feige, Fuchsie, Geranie. Ein kühler Keller oder eine dunkle, frostfreie Garage reicht. Die Pflanzen ruhen; Licht brauchen sie erst wieder, wenn sie austreiben.
- Hell und warm. Die Notlösung im Wohnzimmer. Wärme regt die Pflanze zum Wachsen an, und dafür ist das Winterlicht zu schwach — es entstehen lange, dünne Triebe, und Schädlinge vermehren sich in der trockenen Heizungsluft. Wenn es nicht anders geht: so hell wie möglich, weg von der Heizung, regelmäßig lüften.
Wann sie hinein müssen
Kübelpflanzen sollten so lange draußen bleiben, wie es geht, denn jede Woche im Quartier ist eine Woche mit zu wenig Licht. Gleichzeitig dürfen sie nicht in eine Frostperiode hineingeraten. Daraus ergibt sich eine Reihenfolge: Zuerst kommen die empfindlichen hinein — Hibiskus, Bougainvillea, Engelstrompete und Zitrus, sobald die Nächte dauerhaft kühl werden. Oleander, Olive und Lorbeer vertragen leichte Nachtfröste und können länger an einer geschützten Hauswand stehen, bei Bedarf mit Vlies abgedeckt. Den Wetterbericht im Blick behalten und vor einer angekündigten Frostperiode umziehen.
Vor dem Einräumen
- Auf Schädlinge prüfen. Blattunterseiten und Triebe nach Schild- und Wollläusen und Spinnmilben absuchen. Was mit ins Quartier wandert, vermehrt sich dort ungestört.
- Welkes entfernen. Abgestorbene Blätter und Blüten abnehmen, die Erdoberfläche sauber machen — sonst schimmelt es im Winter.
- Nur schneiden, wenn es sein muss. Den Formschnitt erledigst Du besser im Frühjahr. Geranien und Fuchsien werden dagegen vor dem Einräumen kräftig eingekürzt.
- Abtrocknen lassen. Die Erde sollte nicht klatschnass ins Quartier kommen.
Pflege im Winterquartier
Im Quartier wachsen die Pflanzen kaum und brauchen entsprechend wenig Wasser. Gegossen wird, wenn die Erde einige Zentimeter tief trocken ist, und dann nur so viel, dass nichts im Untersetzer stehen bleibt. Staunässe ist im Winter gefährlicher als Trockenheit, weil die Wurzeln in kalter, nasser Erde faulen. Dünger gibt es erst wieder, wenn im Frühjahr der Austrieb beginnt. An milden Tagen lüften, alle paar Wochen nach Schädlingen sehen und abgefallene Blätter aufsammeln. Gelbe Blätter und ein gewisser Blattfall sind bei Immergrünen im Quartier normal; kahl werdende Pflanzen stehen meist zu dunkel oder zu warm.
Raus im Frühjahr
Ab März brauchen die Pflanzen mehr Licht und etwas mehr Wasser; jetzt ist auch die Zeit für Rückschnitt und Umtopfen. Endgültig hinaus geht es, wenn keine Fröste mehr drohen — die Eisheiligen Mitte Mai sind dafür die Faustregel, siehe Balkonpflanzen: ab wann. Nach Monaten im Halbdunkel sind die Blätter sonnenempfindlich: die ersten ein bis zwei Wochen an einen schattigen Platz stellen, sonst bekommen sie Sonnenbrand.
Häufige Fragen
- Wann müssen Kübelpflanzen ins Winterquartier?
- So spät wie möglich, so früh wie nötig. Empfindliche Pflanzen wie Hibiskus, Bougainvillea oder Zitrus kommen hinein, bevor die Nächte dauerhaft kühl werden und der erste Frost droht. Oleander und Olive vertragen leichten Frost und dürfen länger draußen bleiben — aber nicht in eine längere Frostperiode hinein.
- Kann man Oleander draußen überwintern?
- In den meisten Gegenden Deutschlands nicht dauerhaft. Oleander verträgt kurze, leichte Fröste, aber keinen ganzen Winter. Ein Platz an der Hauswand mit Vlies überbrückt kalte Nächte im Herbst; für den Winter braucht er ein helles, kühles Quartier.
- Dürfen Kübelpflanzen dunkel überwintern?
- Nur Pflanzen, die ihr Laub abwerfen — etwa Engelstrompete, Feige oder Fuchsie, und zurückgeschnittene Geranien. Und nur, wenn es kühl ist. Immergrüne wie Oleander, Olive, Lorbeer und Zitrus brauchen Licht, sonst werfen sie die Blätter ab.
- Wie oft gießt man Kübelpflanzen im Winterquartier?
- Sparsam: Die Erde soll nicht austrocknen, aber auch nie nass sein. Je kühler das Quartier, desto weniger Wasser. Vor dem Gießen mit dem Finger prüfen, ob die Erde einige Zentimeter tief trocken ist. Gedüngt wird im Winter nicht.
- Soll man Kübelpflanzen vor dem Einräumen zurückschneiden?
- Nur, wenn der Platz es verlangt. Ein leichter Rückschnitt schadet den meisten nicht, der eigentliche Formschnitt gehört aber ins Frühjahr. Bei Geranien und Fuchsien ist ein kräftiger Rückschnitt vor dem Einräumen dagegen üblich.
Kein Platz für ein Winterquartier? Manche Gärtnereien bieten an, Kübelpflanzen über den Winter aufzunehmen. Ob ein Betrieb in Deiner Nähe das macht, erfährst Du nur dort — anrufen lohnt sich vor dem ersten Frost.