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Hortensien schneiden: Wann und wie
Kurz: Es gibt zwei Sorten von Hortensien, und sie wollen das Gegenteil voneinander. Bauern- und Tellerhortensien blühen am alten Holz — bei ihnen wird im Frühjahr nur Verblühtes abgeknipst. Rispen- und Schneeballhortensien blühen am neuen Holz — die werden kräftig zurückgeschnitten. Wer das verwechselt, hat ein Jahr lang grüne Büsche ohne Blüte. Zeitpunkt für beide: Ende Februar bis März.
Erst herausfinden, welche Hortensie es ist
Das Etikett hilft, wenn es noch da ist. Sonst sagt es die Blüte vom Vorjahr: Kugelige, dichte Dolden in Rosa, Blau oder Weiß an einem rundlichen Strauch — das ist die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla). Flache Blüten mit einem Kranz größerer Einzelblüten außen — die Tellerhortensie (Hydrangea serrata), gleiche Schnittgruppe. Kegelförmige Rispen, die weiß aufblühen und im Herbst rosa werden — die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata, etwa „Limelight" oder „Vanille Fraise"). Riesige weiße Bälle an dünnen, oft umkippenden Trieben — die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens, meist „Annabelle"). Kletternde Hortensien und Eichenblatthortensien sind seltener; für sie gilt: möglichst wenig schneiden.
Schnittgruppe 1: nur ausputzen
Bauernhortensie, Tellerhortensie, Kletterhortensie, Eichenblatthortensie. Diese Arten legen ihre Blütenknospen schon im Sommer und Herbst des Vorjahres an, direkt unter den alten Blütenständen. Wer die Triebe im Frühjahr kürzt, schneidet die kommende Blüte ab. Der richtige Schnitt ist deshalb minimal: Ende Februar bis März die vertrockneten Blüten bis knapp über das erste kräftige, dicke Knospenpaar abnehmen — das sind meist nur wenige Zentimeter. Dazu erfrorene Triebspitzen (braun, trocken, ohne grüne Knospe) bis ins gesunde Holz und alle vier bis fünf Jahre die ältesten, verholzten Triebe bodennah herausnehmen, damit der Strauch jung bleibt. Nie mehr als ein Viertel der Triebe auf einmal.
Die alten Blüten bleiben über den Winter am Strauch. Sie sind kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern Frostschutz für die Knospen darunter — und sie sehen mit Raureif besser aus als der kahle Strauch.
Schnittgruppe 2: kräftig zurückschneiden
Rispenhortensie und Schneeballhortensie. Sie blühen am Holz, das im selben Jahr wächst — je stärker der Schnitt, desto kräftiger die Triebe und desto größer die Blüten. Im Spätwinter alle Triebe des Vorjahres auf zwei bis drei Augenpaare zurücknehmen, also auf 20 bis 40 Zentimeter über dem alten Holz. Bei „Annabelle" darf es noch tiefer sein: Sie wird oft auf 30 Zentimeter über dem Boden gestutzt. Wer bei der Rispenhortensie einen stabileren Aufbau will, der die schweren Rispen trägt, lässt ein Gerüst aus älteren Trieben stehen und schneidet nur die Seitentriebe zurück. Alte Blüten dürfen hier schon im Herbst ab, müssen aber nicht.
Remontierende Sorten: der Sonderfall
„Endless Summer", „Forever & Ever" und ähnliche Züchtungen sind Bauernhortensien, die zusätzlich am neuen Holz blühen. Sie verzeihen einen zu starken Schnitt — blühen dann aber erst im Spätsommer und deutlich schwächer. Behandle sie wie Schnittgruppe 1, dann kommt die erste Blüte im Juni und die zweite im August.
Der Zeitpunkt
Für beide Gruppen gilt: Ende Februar bis März, sobald keine strengen Fröste mehr drohen. Zu früh geschnitten, erfrieren die frisch angeschnittenen Triebe; zu spät (nach dem Austrieb) verschenkt die Pflanze Kraft. Ein Herbstschnitt ist bei Schnittgruppe 1 ein Fehler, bei Gruppe 2 unnötig. Im Sommer nur Verblühtes ausputzen, wenn es stört. Wer gleichzeitig Lavendel im Garten hat: Der bekommt seinen Formschnitt im selben Zeitraum.
Nach dem Schnitt
Hortensien sind Starkzehrer und Vieltrinker. Nach dem Schnitt eine Gabe Hortensiendünger oder reifen Kompost, im Sommer bei Trockenheit durchdringend gießen — der Name kommt vom griechischen Wort für Wasser. Wer die Bauernhortensie blau haben will, braucht sauren Boden (pH unter 5,5) und Aluminium; beides gibt es im Gartencenter als Hortensienblau oder Alaun, und es wirkt nur bei rosa Sorten, nie bei weißen.
Häufige Fragen
- Wann schneidet man Hortensien?
- Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, Ende Februar bis März, wenn kein strenger Frost mehr zu erwarten ist. Wie stark, hängt von der Art ab: Bauern- und Tellerhortensien nur die alten Blütenstände abknipsen, Rispen- und Schneeballhortensien kräftig zurückschneiden.
- Warum blüht meine Hortensie nach dem Schnitt nicht mehr?
- Weil sie am vorjährigen Holz blüht und Du die Knospen abgeschnitten hast. Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) legen ihre Blüten schon im Herbst an — ein Rückschnitt im Frühjahr entfernt sie alle. Nur die verblühten Dolden über dem ersten kräftigen Knospenpaar abnehmen, mehr nicht.
- Soll ich die alten Blüten im Herbst entfernen?
- Nein, sie bleiben bis zum Frühjahr. Sie schützen die darunterliegenden Knospen vor Frost — und sehen mit Raureif gut aus. Erst Ende Februar kommen sie ab.
- Wie schneide ich eine Rispenhortensie?
- Kräftig: Alle vorjährigen Triebe auf zwei bis drei Augenpaare zurück, im Spätwinter. Sie blüht am neuen Holz, und je stärker der Schnitt, desto größer die Rispen. Dasselbe gilt für die Schneeballhortensie „Annabelle".
- Was ist mit „Endless Summer" und anderen remontierenden Sorten?
- Sie blühen am alten und am neuen Holz, verzeihen also einen falschen Schnitt — blühen nach starkem Rückschnitt aber später und weniger. Am besten wie eine Bauernhortensie behandeln und nur Verblühtes entfernen.